{"id":1502,"date":"2019-12-25T12:17:07","date_gmt":"2019-12-25T11:17:07","guid":{"rendered":"http:\/\/van-lessen.org\/Wordpress\/?page_id=1502"},"modified":"2020-01-04T12:58:53","modified_gmt":"2020-01-04T11:58:53","slug":"ludwig-muenstermann","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/van-lessen.org\/Wordpress\/ludwig-muenstermann\/","title":{"rendered":"<h2><center>Werke von Ludwig M\u00fcnstermann in der Wesermarsch und in Friesland<\/center><\/h2>"},"content":{"rendered":"<style type=\"text\/css\">\n    body {<br \/>\n        font-size: medium;<br \/>\n    }<br \/>\n    p {<br \/>\n        font-size: 80%;<br \/>\n        Margin-bottom: 13px;<br \/>\n        line-height: 95%;\"<br \/>\n    }<br \/>\n    #ar {<br \/>\n    text-align: right;<br \/>\n    margin-top: -35px;<br \/>\n    }<br \/>\n    <\/style>\n<p style=\"margin-top: 2px;\">\n<p><a href=\"..\"><em>Zur\u00fcck zur Startseite<\/em><\/a><\/p>\n<p>Mein Weg in die Ludwig-M\u00fcnstermann-Gesellschaft e.V.<\/p>\n<p>Von Ibeling Rolf van Lessen (552)<\/p>\n<p>In einer Zeit, in der der drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg (1618- 1648) in weiten Teilen des damaligen R\u00f6mischen Reiches Tod und Verderben \u00fcber das Land brachte, wurden im Nordwesten Deutschlands viele Kirchen erbaut und mit pr\u00e4chtiger und k\u00fcnstlerisch herausragender Innenausstattung versehen. Vor allem Graf Anton G\u00fcnther von Oldenburg und sein Nachfolger Anton II verstanden es nicht nur hervorragend, sich und ihre Besitzt\u00fcmer aus den tobenden Auseinandersetzungen herauszuhalten, sondern durch die Lieferung von Lebensmitteln f\u00fcr die Truppen und vor allem die Versorgung der Kriegsparteien mit vorz\u00fcglichen Pferden sogar noch Profit daraus zu schlagen. Dem daraus erwachsenen Wohlstand und dem Bed\u00fcrfnis des Grafen Anton G\u00fcnter und seiner Frau Sophia Catharina, den protestantischen Glauben in ihrer Grafschaft zu verbreiten und zu festigen, haben wir viele vom bedeutenden Bildhauer Ludwig M\u00fcnstermann ausstaffierte Kirchen in der Region der heutigen Wesermarsch und Frieslands zu verdanken.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-370\" src=\"http:\/\/van-lessen.org\/Bilder\/Muenstermann TaufsteindeckelTaufe.jpg\" alt=\"\" width=\"643\" height=\"349\"><\/p>\n<p style=\"line-height: 80%;\"><small><em>Von vier Aposteln \u201ebewachte\u201c Taufszene in der Aufh\u00e4ngung des Taufsteindeckels in der St. Secundus-Kirche Schwei (1623)<\/em><\/small><\/p>\n<p>Neben seinen beeindruckenden Kunstwerken hat uns Ludwig M\u00fcnstermann leider nur wenig Informationen \u00fcber sein Leben hinterlassen. Als gesichert gilt, dass er zwischen 1570 und 1580 geboren wurde und zwischen M\u00e4rz 1637 und Dezember 1638 starb. Gesichert ist ebenso, dass er, obschon sich seine k\u00fcnstlerische Begabung sicher schon fr\u00fch zeigte, zun\u00e4chst als gew\u00f6hnlicher Handwerker t\u00e4tig war. 1599 wurde er als Meister in die Hamburger Drechslerzunft aufgenommen und betrieb eine Werkstatt an einem Hamburger Fleet nahe dem Hafen. Eine k\u00fcnstlerische, \u00fcber das Drechslerhandwerk hinausgehende Bet\u00e4tigung in Hamburg untersagte ihm die strenge Zunftordnung. Seine k\u00fcnstlerische Begabung als Holz- und Steinbildhauer muss aber schon in dieser Zeit zu Tage getreten und bekannt geworden sein. Nur so l\u00e4sst sich erkl\u00e4ren, dass Ludwig M\u00fcnstermann vom Steinbildhauer Johann Prange hinzugezogen wurde, als dieser die Wasserburg des Grafen Anton G\u00fcnter an der Hunte 1607-1612 zu einem Renaissanceschloss umbauen sollte. Hier muss auch der Graf auf den jungen Meister aufmerksam geworden sein. So durfte er schon 1612, also im Jahr der Fertigstellung des Schlosses, die St.-Ulrichs-Kirche in Rastede mit einer beeindruckenden, in Holz geschnitzten Kanzel ausstatten.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-370\" src=\"http:\/\/van-lessen.org\/Bilder\/Muenstermann David_1\" alt=\"\" width=\"643\" height=\"349\"><\/p>\n<p style=\"line-height: 80%;\"><small><em>K\u00f6nig David an der Kanzel der St. Secundus-Kirche Schwei (1618)<\/em><\/small><\/p>\n<p>Betrachtet man die im M\u00fcnstermann-Katalog<sup>1)<\/sup> zusammengefassten Werke M\u00fcnstermanns und f\u00fchrt sich deren Schlagzahl bei der Entstehung vor Augen, dr\u00e4ngt sich die Vermutung auf, M\u00fcnstermann k\u00f6nne nicht immer zwischen seiner Werkstatt in Hamburg und der Grafschaft Oldenburg gependelt sein, sondern m\u00fcsse zu dieser Zeit in unserer Region gewohnt und ebenfalls eine Werkstatt betrieben haben. Dieser Verdacht wird durch neueste Erkenntnisse der j\u00fcngsten Forschung erh\u00e4rtet, die mit recht gro\u00dfer Sicherheit zeigen, dass Ludwig M\u00fcnstermann ein Haus nahe der Vareler Schlosskirche bewohnt hat. Diesen in Fachkreisen durchaus als Sensation zu bezeichnende Fund pr\u00e4sentierte der Vorsitzende der Ludwig-M\u00fcnstermann-Gesellschaft e.V., Dr. I. Ponert j\u00fcngst in der ersten Jahreshauptversammlung, die nach einem Gottesdienst in der Schlosskirche im Gemeindehaus der Vareler Kirchengemeinde stattfand.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-370\" src=\"http:\/\/van-lessen.org\/Bilder\/Muenstermann AltarBeschneidung\" alt=\"\" width=\"643\" height=\"349\"><\/p>\n<p style=\"line-height: 80%;\"><small><em>Darstellung der Beschneidung im Sockel des Altarretabels in der St. Secundus-Kirche Schwei (1637). Deutlich zu erkennen ist die farbliche Gestaltung durch geschickte Verwendung unterschiedlicher Holzarten. Diese im Rahmen von Restaurierungen wieder hergestellte Holzsichtigkeit ist eine Besonderheit der M\u00fcnstermann Werke in der Schweier Kirche unter den ansonsten meist farblich gefassten Kunstwerken M\u00fcnstermanns.<\/em><\/small><\/p>\n<p>Auch wenn Ludwig M\u00fcnstermanns Kunst nicht die \u00fcberregionale Bekanntheit z.B. eines Michelangelo erreicht, besch\u00e4ftigen sich doch einige Fachleute und Forscher mit seiner Lebensgeschichte und seinem Wirken und Einfluss bis in die heutige Zeit. Die Erkenntnisse aus den verschiedenen Fachrichtungen zu sammeln, zu bewerten und vor allem zu sichern ist die Hauptaufgabe des von namhaften Kunsthistorikern ins Leben gerufenen Vereins mit Sitz in Oldenburg. So trafen sich am 2.11.2018 einige Fachleute und vor allem Vertreter von Kirchengemeinden mit M\u00fcnstermann-Werken zur Gr\u00fcndungsversammlung der Ludwig- M\u00fcnstermann- Gesellschaft in der Lambertikirche in Oldenburg.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-370\" src=\"http:\/\/van-lessen.org\/Bilder\/Muenstermann Kanzel_Moses\" alt=\"\" width=\"643\" height=\"349\"><\/p>\n<p style=\"line-height: 80%;\"><small><em>Der die Kanzel tragende Moses, in der St. Secundus-Kirche Schwei (1618).<\/em><\/small><\/p>\n<p>Da ich mich als zweiter Vorsitzender des Kirchbauvereins der St.-Secundus Kirche in Schwei schon seit einigen Jahren f\u00fcr den Erhalt unserer Kirche mit einer beeindruckenden M\u00fcnstermann-Ausstattung einsetze, ergab sich, dass auch ich zu dieser Versammlung eingeladen wurde und aus Interesse gern teilnahm. Anders als von mir anf\u00e4nglich gedacht, blieb es aber nicht nur bei der Teilnahme an dieser Versammlung. In der Gr\u00fcndungsversammlung ging es nicht nur um die Verabschiedung einer Vereinssatzung, es musste nat\u00fcrlich auch ein Vorstand gew\u00e4hlt werden. \u00dcber die Vorsitzenden hatte man sich im Vorfeld nat\u00fcrlich schon Gedanken gemacht, so dass die Wahl des seit vielen Jahren mit M\u00fcnstermann besch\u00e4ftigten Kunsthistorikers Dr. I. Ponert zum ersten Vorsitzenden und des Pfarrers Tom O. Brok der Kirchengemeinde Varel zum zweiten Vorsitzenden reine Formsache war.<\/p>\n<p>Irgendwie vergessen hatte man aber, dass ein Verein, der u.a. Geld einnehmen und f\u00fcr den Erhalt und die Erweiterung des Wissens rund um Ludwig M\u00fcnstermann ausgeben soll, zwingend auch einen Schatzmeister braucht. Wie es nun mal h\u00e4ufig ist, standen die Freiwilligen f\u00fcr dieses Amt nicht gerade Schlange. Nach kurzer Bedenkzeit und R\u00fccksprache mit dem ersten Vorsitzenden unseres Kirchbauvereins, Dr. Cord Diekmann, entschied ich spontan, mich f\u00fcr dieses Amt zur Verf\u00fcgung zu stellen und wurde, obwohl ich den wenigsten der Anwesenden bekannt war, einstimmig gew\u00e4hlt. Ein motivierender Vertrauensvorschuss, der aber ehrlicherweise auch etwas aus der Not heraus, dass sich niemand anderer bereit erkl\u00e4rt hat, entstanden ist. Nat\u00fcrlich hatte ich etwas Zweifel, mir mit meiner spontanen Entscheidung vielleicht doch etwas viel zus\u00e4tzliche Arbeit aufgehalst zu haben. Diese Bef\u00fcrchtungen haben sich aber in keinster Weise bewahrheitet. Nat\u00fcrlich muss gerade in der Gr\u00fcndungsphase einiges mehr an Arbeit geleistet und, wie wir lernen mussten, sehr genau auf Formalien geachtet werden. In unserem Vorstandsteam, dass zus\u00e4tzlich zu den beiden Vorsitzenden und mir als Schatzmeister, noch durch Annemarie Cornelius aus der Kirchengemeinde Langwarden (Butjadingen) erg\u00e4nzt wird, funktionierte die Zusammenarbeit und vor allem die Arbeitsteilung aber sehr gut. So sind wir jetzt ein funktionierender eingetragener Verein, der ab dem kommenden Jahr auch als gemeinn\u00fctzig anerkannt wird.<\/p>\n<p>Unsere Vorsitzenden haben sich von Anfang an neben den Formalien der Gr\u00fcndung schon mit den ersten Projekten besch\u00e4ftigt. So wird beispielsweise in der Landesbibliothek Oldenburg ein M\u00fcnstermann-Archiv angelegt, in dem vor allem die umfangreiche Sammlung des ersten Vorsitzenden aufgenommen und archiviert wird. Diese Bilder und Quellen werden zudem digitalisiert und \u00fcber ein Internet-Portal jedem Interessierten zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Leider befinden sich nicht alle Werke Ludwig M\u00fcnstermanns in den Kirchen unserer Region in gutem Zustand. Die hohen Kosten einer fachgerechten Restaurierung \u00fcbersteigen die finanziellen M\u00f6glichkeiten der meisten Kirchengemeinden. Auch hier m\u00f6chte die Ludwig- M\u00fcnstermann- Gesellschaft durch die Vermittlung von Geldquellen, vor allem aber mit der Expertise der Mitglieder, behilflich sein.<\/p>\n<p>Aufgrund eines akuten Holzwurm-Befalls muss z.B. das Altarretabel der Kirche in Tossens dringend behandelt und restauriert werden. Au\u00dferdem wird die Gesellschaft Forschungen zu Leben und Wirken Ludwig M\u00fcnstermanns, aktuell vor allem zu seinem Wohnsitz in Varel, f\u00f6rdern und vorantreiben.<\/p>\n<p>Sollte dieser kurze Bericht Ihr Interesse \u00fcber das Werk Ludwig M\u00fcnstermanns geweckt haben, k\u00f6nnen Sie Mitglied der M\u00fcnstermann- Gesellschaft werden, oder Sie k\u00f6nnen die Gesellschaft finanziell f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><sup>1)<\/sup> Dietmar I. Ponert, Rolf Sch\u00e4fer, Tobias Trapp: Ludwig M\u00fcnstermann &#8211; Bildhauerkunst des Manierismus im Dienste lutherischer Glaubenslehre, Verlag Schnell und Steiner, Regensburg, und Isensee Verlag, Oldenburg, 2016.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur\u00fcck zur Startseite Mein Weg in die Ludwig-M\u00fcnstermann-Gesellschaft e.V. 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