{"id":1918,"date":"2020-02-25T11:49:44","date_gmt":"2020-02-25T10:49:44","guid":{"rendered":"http:\/\/van-lessen.org\/Wordpress\/?page_id=1918"},"modified":"2020-02-25T19:57:52","modified_gmt":"2020-02-25T18:57:52","slug":"dollart-schiffe-fahren-ueber-ertrunkenes-land","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/van-lessen.org\/Wordpress\/dollart-schiffe-fahren-ueber-ertrunkenes-land\/","title":{"rendered":"<h4><center>Dollart &#8211; Schiffe fahren \u00fcber ertrunkenes Land<\/center><\/h4>"},"content":{"rendered":"<style type=\"text\/css\">\n     p {<br \/>\n       hyphenate-limit-chars: auto 5;<br \/>\n       hyphenate-limit-lines: 2;<br \/>\n       hyphens: auto;<br \/>\n       margin: 0  0  13px;<br \/>\n       line-height: 140%;<br \/>\n     }<br \/>\n     div.a {<br \/>\n       text-indent: -4em;<br \/>\n       padding-left: 4em;<br \/>\n     }<br \/>\n     #mbz {<br \/>\n       margin-bottom: 0px;<br \/>\n     }<br \/>\n    <\/style>\n<p style=\"margin-top: 10px;\"><a href=\"http:\/\/van-lessen.org\/Wordpress\"><em>Zur\u00fcck zur Startseite<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>Der Dollart entstand vom 15. bis 17. Januar 1368 in der zweiten Marcellusflut. Bei der Cosmas- und Damian- Flut am 26. September 1509 hat sich der Dollart noch weiter ausgedehnt. Diese Angaben sind nicht eindeutig, sie dazu auch einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dollart\">Wikipedia-Artikel<\/a>.<\/em><\/p>\n<p>Der Dollart bedeckt eine Stadt und viele D\u00f6rfer, Kl\u00f6ster und H\u00f6fe.<\/p>\n<p>Wie eine Halbinsel ragt der Nordteil des Rheiderlandes in die Dollartbucht hinein, und bei Pogum steht man vor dem Deich auf schmalem Vorland an ihrer \u00e4u\u00dfersten Spitze. Wo bei Ebbe eine graue Schlickw\u00fcste sich dehnt, wo bei Hochwasser von der ostfriesischen bis zur holl\u00e4ndischen K\u00fcste die Fluten wogen, liegt \u201everdrunken Land\u201c \u00fcber dessen sand- und schlickbedeckte Fluren jetzt Schiffe fahren.<\/p>\n<p>Seit Jahrhunderten zeigen die ostfriesischen Landkarten die gro\u00dfe Dollartbucht, die jetzt allerdings nur noch ein Drittel ihrer ehemaligen Ausdehnung besitzt &#8211; ehedem reichte sie bis nach Bunde hinauf und weit nach Holland hinein &#8211; doch bevor das Meer dort eindrang, lag dort, wo jetzt ein Gebiet \u201eweder Land noch Meer\u201c sich dehnt, ein reicher Landstrich. Dem Wanderer, der am Deich von Pogum steht und nach Norden und Westen schaut, will es kaum m\u00f6glich erscheinen, dass dort, wo jetzt dann und wann die \u201eButtjer\u201c des Rheiderlandes mit ihren flinken \u201eKreiern\u201c zu ihren Fangstellen hinausfahren, in rascher Schlittenfahrt \u00fcber den Schlick dahingleiten, noch zu geschichtlicher Zeit bl\u00fchende D\u00f6rfer, reiche Kl\u00f6ster und stattliche Burenplaatsen, ja sogar eine Stadt gestanden haben sollen.<\/p>\n<p>Die Namen von mehr als drei\u00dfig Ortschaften und Siedlungen sind bekannt, die im Laufe der Jahrhunderte dort vor dem jetzigen Seedeich von der Flut verschlungen worden sind. Opfer gro\u00dfer Sturm\ufb02utkatastrophen und &#8211; wenn man der \u00dcberlieferung Glauben schenken will &#8211; auch menschlicher Zwietracht.<\/p>\n<p>Das andr\u00e4ngende Meer h\u00e4tte nach der ostfriesischen \u00dcberlieferung wohl niemals ein solch gro\u00dfes Gebiet den Menschen zu entrei\u00dfen vermocht, wenn das Friesenvolk einig gegen die Gefahr gestanden h\u00e4tte. Bei solchem Sinnen in die Vergangenheit zur\u00fcck wird die graue Schlickw\u00fcste vor dem Pogumer Deich zu einer furchtbaren Anklage: \u201eWell nich will dieken, moet wieken&#8230;\u201c.<\/p>\n<p>Unter den Geschichtsforschern des K\u00fcstenlandes besteht keine volle Einigkeit \u00fcber die Anzahl und \u00fcber die Art der untergegangenen Siedlungen des Dollartgebietes, doch Gittermann z\u00e4hlt folgende Ortschaften auf: Die Stadt Torum als offenbar gr\u00f6\u00dfte; sie soll eine eigene M\u00fcnze besessen haben, und es hei\u00dft, dass acht Goldschmiede ihr Auskommen in ihr gehabt haben sollen. Torum muss also eine reiche Stadt gewesen sein. Er nennt ferner die Kl\u00f6ster Palmar und Osterreide. Die nachstehenden Ortschaften bezeichnet er als D\u00f6rfer; ein Teil von ihnen wird wohl aus einzelnen, besonders markanten H\u00f6fen oder kleineren weilerartigen Ortschaften bestanden haben: Goldthorn, Astock, Beerte, Cappel de Beerte, Reiderwold, Meerhusen, Torpere, Stoeksterhuess, Old-Exterhuess, Ost-Finsterwolde, Howinga-Gaste, Duvele, Haykeweer, Exterhuess, Medum, Megenham, Harkenborg, Blyham, Homingeham, Wynermeer, Osterheerde, Uiterheerde, Ockeweer, Sosurn, Sandop, Soxumerwold, Tiesweer, Wynham (Wynhamster Kolk im Rheiderland erinnert noch an diesen Ort), Stockdorp, Hakelsum, Westerreide, Osterreide, Germerwolde, Ewersmeer, Uiter-Pawinge, Leide, Berum, Fletum, Wilgum, Botter- oder Bundergarden, Donellum, Marckhusen, Hansum, Beda, Swart oder Swacht (St. Georgiwold wird heute plattdeutsch noch Swartwolde genannt), Midwold, Menern (auch als Kloster bezeichnet, vielleicht ein Klostervorwerk?), Bonsum, L\u00fcdtgers Kerke, Peterswolde, de Borg, Garmy, Fymar, Winelham. Nach anderen Quellen sind noch andere Ortschaften im Dollart untergegangen, doch sind ihre Namen nicht mehr bekannt. Genannt wird u. a. wohl ein Dorf Strohkarken, von dem man jedoch nicht wei\u00df, wo es gelegen haben soll. Namen versunkener Orte, in Vergessenheit versunken, wie die Mauern ihrer H\u00e4user und Kirchen im Schlick versanken. Hier und dort f\u00fchrt ein ostfriesisches Schiff noch einen der alten Namen als letztes Andenken an das ertrunkene Land, \u00fcber das sein Kiel zur Flutzeit dahinzieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>(Verfasser unbekannt)<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eUnd dieses Leben sollt ihr billig kennen, <\/em><br \/>\n<em>das Land wohl kennen, dem es angeh\u00f6rt, <\/em><br \/>\n<em>das immerdar in seiner Fluren Mitte<\/em><br \/>\n<em>den deutschen Biedersinn, die eig\u2018ne Sitte, <\/em><br \/>\n<em>der echten Freiheit l\u00e4ngsten Spross gen\u00e4hrt, <\/em><br \/>\n<em>das meerentrungne Land, voll G\u00e4rten, Wiesen, <\/em><br \/>\n<em>den reichen Wohnsitz jener tapfren Friesen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>Abschrift aus dem Buch \u201eGemeinde-Chronik B\u00f6hmerwold-Bovenhusen\u201c, verfasst von <a href=\"http:\/\/van-lessen.org\/individual.php?pid=I1256&amp;ged=van-Lessen\"> <span style=\"color: #0000ff;\"> Anneus van Lessen<\/span><\/a>. Das Buch ist verf\u00fcgbar durch die <a href=\"https:\/\/www.ostfriesischelandschaft.de\/4.html\"> <span style=\"color: #0000ff;\">Landschaftsbibliothek<\/span><\/a> in Aurich. <\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-370\" src=\"http:\/\/van-lessen.org\/Bilder\/Dollart.png\" alt=\"\" width=\"643\" height=\"349\" \/><\/p>\n<p style=\"line-height: 80%;\"><em>D\u00f6rfer des Dollart vor der \u00dcberflutung<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur\u00fcck zur Startseite Der Dollart entstand vom 15. bis 17. Januar 1368 in der zweiten Marcellusflut. Bei der Cosmas- und Damian- Flut am 26. September 1509 hat sich der Dollart noch weiter ausgedehnt. Diese Angaben sind nicht eindeutig, sie dazu auch einen Wikipedia-Artikel. Der Dollart bedeckt eine Stadt und viele D\u00f6rfer, Kl\u00f6ster und H\u00f6fe. 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