{"id":685,"date":"2018-03-24T14:42:59","date_gmt":"2018-03-24T13:42:59","guid":{"rendered":"http:\/\/van-lessen.org\/Wordpress\/?page_id=685"},"modified":"2019-12-24T18:52:51","modified_gmt":"2019-12-24T17:52:51","slug":"jemgum-2500-jahre","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/van-lessen.org\/Wordpress\/jemgum-2500-jahre\/","title":{"rendered":"<h3><center>Jemgum &#8211; 2500 Jahre Geschichte von der Eisenzeit bis in die Gegenwart<\/center><\/h3>"},"content":{"rendered":"<p><title>Familienverband van Lessen<\/title><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n    p {<br \/>\n        font-size: medium;<br \/>\n        margin-bottom: 9px;<br \/>\n        line-height: 135%;<br \/>\n    }<br \/>\n    <\/style>\n<p style=\"margin-top: -10px\"><a href=\"..\"><em>Zur\u00fcck zur Startseite<\/em><\/a><\/p>\n<p style=\"line-height: 90%\"><em><small>Protokoll eines Vortrages von Gerhard Kronsweide auf der Herbsttagung des Vereins f\u00fcr Ostfriesische Familien und Familienverb\u00e4nde am 23.9.2017 im Sielhaus in Jemgum.<\/small><\/em><\/p>\n<p>lm Reiderland (von dem vielen Reit der damaligen Uferlandschaft) fin\u00adden sich u.a. an der linksseitigen Unterems kurz vor der M\u00fcndung in den Dollart Siedlungsspuren aus der Eisenzeit im 7.\/6.&nbsp;Jahrhundert v.&nbsp;Chr., aus der Zeit eines Milit\u00e4rlagers der r\u00f6mischen Kaiserzeit und von einer vermutlichen Burgstelle der Sixtuskirche, dem ersten Gotteshaus aus dem Hochmittelalter, einer Wehrkirche an der Stelle des heutigen Fried\u00adhofs. Aus dem Jahr etwa 650&nbsp;n.&nbsp;Chr. stammt der ber\u00fchmte Boots\u00adfund von Jemgum aus dem Jahr 1964. Es handelt sich um einen Ein\u00adbaum, der zum Schluss beim Bau eines Weges \u00fcber den s\u00fcdlichen Priel des Ortes verwendet wurde und sich deshalb so gut erhalten hat. Nach Restau\u00adrie\u00adrung im Groninger Museum steht das Boot z.Zt. im Arch\u00e4ologischen Institut der Ostfriesischen Landschaft.<\/p>\n<p>Die Sixtuskirche wurde 1533\/34 abgerissen nach der 1.&nbsp;Schlacht von Jemgum zwischen den ostfriesischen Grafen und dem mit Maria von Jever verb\u00fcndeten Balthasar von Esens und seinen geldrischen Bundes\u00adgenossen. In der 2.&nbsp;Schlacht von Jemgum 1568 vernichtete Herzog Alba die holl\u00e4ndischen Truppen und den ganzen Ort. Der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg und ein Gro\u00dffeuer 1783 waren weitere Schreckensperioden. Die heutige Johanniterkirche geh\u00f6rte urspr\u00fcnglich zum Johanniterkloster. Die Neubauten von 1847 brannten 1930 und 2004 ab. Sie wurden jetzt in einem \u201emutigen\u201c Schritt im expressionistischen Stil des Neubaus von 1930 wieder gestaltet.<\/p>\n<p>Die erste urkundliche Erw\u00e4hnung findet sich in einer Verkaufsurkunde aus dem Kloster Werden bei Essen mit dem Namen \u201eGiminghem&#8220;, wurde in weiteren Urkunden zu Gemegum, Gemgum, schlie\u00dflich zu Jem\u00admin\u00adgen und Jemgum. Urspr\u00fcnglich war es also wohl das Heim eines Gimo mit seinen Mannen, den Gimmingen, eine in Ostfriesland h\u00e4ufigere Namens\u00adent\u00adwick\u00adlung wie z.B. Pewsum aus Peweshem. Um 1000 wurden wie \u00fcber\u00adall die Deiche gebaut, tiefe Priele wurden allm\u00e4hlich zu Sieltiefs und H\u00e4uptlings\u00adgeschlechter entwickelten sich aus den Bauern. Der Jo\u00adhann\u00aditer\u00adorden f\u00f6rderte die wirtschaftliche Entwicklung durch seine Nie\u00adder\u00adlas\u00adsung auf den beiden Langwarfen, auf denen eine H\u00e4ndler- und Hand\u00adwer\u00adker\u00adsied\u00adlung entstand. Als erster H\u00e4uptling wird Ewo von Gemminge 1401 erw\u00e4hnt, dessen Epitaph in der Kirche zu Norden steht. Das Stein\u00adhaus (Burg) stand in der N\u00e4he der Sixtuskirche im Ortswesten. Ein mit\u00adtel\u00adal\u00adter\u00adli\u00adcher Weg entlang des linken Emsufers, der Tjaddeweg, ist auch heute noch unter diesem Namen teilweise erhalten.<\/p>\n<p>ln den darauf folgen Jahrhunderten wurde es ruhiger. Die Burg ging \u00fcber die Nachkommen von Fokko Ukena und seine Tochter Theda und \u00fcber die Familie Groeneveld 1850 dann an die Familie Reins, den Besitzern einer der Jemgumer Ziegeleien, die dort eine Villa bauten. Die sonstige wirtschaftliche Entwicklung ist neben der Aktivit\u00e4t der Johanniter mit der Entwicklung der Landwirtschaft und der Entw\u00e4sserung durch eine M\u00fchle aus dem Jahr 1448, die Erhebung eine Acquise durch Graf Edzard den Gro\u00dfen 1495 auf Waage und Hafen weiter markiert. Es entwickelte sich auch eine damals bedeutende Weberei mit einer eigenen Zwirn\u00adma\u00adcher- und Weberzunft.<\/p>\n<p>Seit der Zeit der Handelswarft gab es verschiedenste Hand\u00adwerks\u00adbe\u00adtrie\u00adbe, seit dem 17.&nbsp;Jahrhundert bis zu drei Ziegeleien. Die moderne Ring\u00adofen\u00adzie\u00adge\u00adlei von 1871 produzierte noch bis 2007. Eine 1756 als Ga\u00adle\u00adrie\u00adhol\u00adl\u00e4nder errichtete M\u00fchle existiert heute noch als Museum dank eines M\u00fchlenvereins. Es gab auch eine \u00d6lm\u00fchle und S\u00e4gem\u00fchlen. Land\u00adwirt\u00adschaft und Fischerei verkauften ihre Produkte auch auf den \u00f6rtlichen M\u00e4rkten. F\u00fcr den Tourismus gibt es heute 800 Betten von 177 privaten Anbietern.<\/p>\n<p>Seit 1597 gibt es in Jemgum durchgehend Schulen, seit diesem Jahr sind die Namen der Lehrer l\u00fcckenlos verzeichnet worden im Gefolge des Bildungsaufrufs der Reformatoren. Jemgum wurde reformiert. Seit 1604 gab es in Jemgum Juden, seit 1750 eine eigene Gemeinde. 1810 wurde auch eine Synagoge gebaut, baugleich mit der heute noch stehenden kleinen Synagoge in Nieuwe Schans. 1854 wurde der j\u00fcdische Friedhof angelegt, der heute noch an der Stra\u00dfe nach Leer deichseitig besucht werden kann. Die Gemeinde zerfiel jedoch schon seit Ende des 19.&nbsp;Jahr\u00adhun\u00adderts, die Synagoge war schon vor der Nazizeit unbrauchbar ge\u00adwor\u00adden.<\/p>\n<p>Der Erste Weltkrieg brachte wieder Not nach Jemgum, es kam zu Hun\u00adger\u00adum\u00adz\u00fc\u00adgen der Landarbeiter, Pl\u00fcnderungen auf den Bauernh\u00f6fen und Einsatz von Milit\u00e4r. Das wirkte noch bis in die K\u00e4mpfe zwischen Kom\u00admu\u00adni\u00adsten und Nazis in der Weimarer Zeit hinein. Ziegeleiarbeiter und Landarbeiter hatten schon 1793 h\u00e4ufiger gestreikt. 1923\/24 wurden gewerkschaftliche und sozialdemokratische Organisationen gegr\u00fcndet, 1931 die Ortsgruppe der NSDAP. Jemgum bleib eine Hochburg der SPD (bei der Bundestagswahl vom 24.9.2017 erreichte die SPD 51,5&nbsp;% der Stimmen). lm Zweiten Weltkrieg wurden wegen Bombenangrif\u00adfen Luft\u00adschutz\u00adkel\u00adler gebaut, auf dem Ziegeleigel\u00e4nde ein Kriegs\u00adge\u00adfan\u00adge\u00adnen\u00adla\u00adger f\u00fcr Franzosen, Serben und sp\u00e4ter Italiener eingerichtet. Am 25.4.1945 wurde der Ort friedlich an die Kanadier \u00fcbergeben. 1944 kamen bereits die ersten Fl\u00fcchtlinge aus dem Osten, die zeitweise 28&nbsp;% der Jemgumer Bev\u00f6lkerung ausmachten. 1973 wurde durch die Gebietsreform mit den zehn umliegenden D\u00f6rfern die heutige Gemeinde Jemgum gebildet. 1604 gab es 257&nbsp;Haushalte mit etwa 1000 Einwohnern in Jemgum, 1650 nach dem Drei\u00dfig\u00adj\u00e4hri\u00adgen Krieg nur noch 400&nbsp;Ein\u00adwohner. Von 1250 Ein\u00adwoh\u00adnern 1939 stieg die Zahl auf 1850 im Jahr 1950 und lag 2005 bei 3750 in der Gesamtgemeinde.<\/p>\n<p style=\"line-height: 90%\"><em><small>Quellen: Vortrag von Gerhard Kronsweide 23.9.2017 im Sielhus und ders. \u201eJemgum, Gemeinde Jemgum, Landkreis Leer\u201c, PDF Datei aus dem Internet sowie Ostfriesen Zeitung vom 26.9.17 (Wahlergebnis 24.9.17).<\/small><\/em><\/p>\n<p style=\"line-height: 90%\"><em><small>Zahlreiche Bilder mit historischen Anmerkungen finden sich noch in der kleinen Schrift \u201eJemgum &#8211; Das Auge des Reiderlandes\u201c von Gerhard Kronsweide, hg. vom Heimat- und Kulturverein Jemgum 2016.<\/small><\/em><\/p>\n<p style=\"line-height: 90%\"><em><small>Protokoll: Heyo Prahm<\/small><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Familienverband van Lessen Zur\u00fcck zur Startseite Protokoll eines Vortrages von Gerhard Kronsweide auf der Herbsttagung des Vereins f\u00fcr Ostfriesische Familien und Familienverb\u00e4nde am 23.9.2017 im Sielhaus in Jemgum. lm Reiderland (von dem vielen Reit der damaligen Uferlandschaft) fin\u00adden sich u.a. an der linksseitigen Unterems kurz vor der M\u00fcndung in den Dollart Siedlungsspuren aus der Eisenzeit &hellip; <a href=\"http:\/\/van-lessen.org\/Wordpress\/jemgum-2500-jahre\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\"><\/p>\n<h3><center>Jemgum &#8211; 2500 Jahre Geschichte von der Eisenzeit bis in die Gegenwart<\/center><\/h3>\n<p><\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/van-lessen.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/685"}],"collection":[{"href":"http:\/\/van-lessen.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/van-lessen.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/van-lessen.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/van-lessen.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=685"}],"version-history":[{"count":47,"href":"http:\/\/van-lessen.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/685\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1411,"href":"http:\/\/van-lessen.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/685\/revisions\/1411"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/van-lessen.org\/Wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=685"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}